50 JAHRE RECKLI

RECKLI WIRD 50: DIGITALISIERUNG UND HANDARBEIT

Computergesteuerte Prozesse etablieren sich in der Industrie. RECKLI nutzt die neuen Möglichkeiten und entwickelt innovative Produkte. Seinen bewährten Grundprinzipien bleibt das Unternehmen treu.

Mit der nahenden Jahrtausendwende greift die Angst vor einer computergesteuerten Apokalypse um sich. Das Y2K-Problem – auch bekannt als Jahr-2000-Problem – versetzt die Öffentlichkeit in Aufruhr: Befürchtet wird, dass aufgrund eines Programmierfehlers zum Jahreswechsel 1999/2000 massenhaft Computer abstürzen, Banken, Kraftwerke und sogar Waffensysteme beeinträchtigen könnten. Am Ende fällt der tatsächliche Effekt aufgrund umfangreicher Tests und Fehlerbehebungsmaßnahmen verschwindend gering aus – doch er macht deutlich, wie sehr Industrie und Gesellschaft seit den 80er-Jahren vom Computer abhängig geworden sind.

Computertechnik hat längst auch bei RECKLI Einzug gehalten und vereinfacht nicht nur Buchhaltungs- und Kommunikationsprozesse, sondern ermöglicht das Experimentieren mit neuen Produkten. Für RECKLI steht zwar fest, dass sich die Qualität der Matrizen nur in händischer Produktion einwandfrei gewährleisten lässt. Dennoch sollen die neuen, computergestützten Möglichkeiten nicht ungenutzt bleiben: Das Unternehmen entwickelt Fotogravur-Matrizen, mit denen Fotos auf die Fassade gebracht werden können. Die Bilder werden am Computer eingescannt und in eine Graustufen-Datei umgewandelt, die als Vorlage für die computergesteuerte CNC-Fräse dienen. Die Fräse bringt das Motiv als Positivmodell auf einen Plattenwerkstoff, auf dem anschließend per Hand die Matrize gegossen wird. Eines der ersten beeindruckenden Referenzobjekte für die Fotogravur-Technik ist der Erweiterungsbau der Universität Paul Sabatier in Toulouse. Der Architekt wählte acht unterschiedliche Fotos mit Wissenschaftsmotiven aus – von Einsteins e=mc2 bis zu Marie Curie – die mithilfe eines Fassadenplans zu einer Fotocollage zusammengesetzt wurden. Je nach Stand der Sonne und Lichteinfall sind die Fotos nur schwach zu erkennen oder treten deutlich hervor.

Die Entwicklung der Fotogravur-Matrizen spiegelt zugleich zwei weitere wichtige Entwicklungen für RECKLI in den 90er-Jahren: 1996 kauft RECKLI den französischen Konkurrenten SOCECO und formt die Tochter SOCECO RECKLI SA, die fortan von Bernd Trompeter geleitet wird. In den kommenden Jahren entwickelt sich Frankreich zum bedeutenden und innovativen Markt im Bereich Strukturbeton.

SOCECO RECKLI etabliert sich als zuverlässiger Partner für französische Architekten, die stets auf der Suche nach ausdrucksstarken Details für ihre Designs sind. So übernimmt die französische Tochter ab den späten Neunziger Jahren die führende Rolle bei der Produktion von Individual-Matrizen. 1998 liefert das Unternehmen 900 Sonderformen nach Russland. Dort entsteht ein Villenareal, dessen Fassadenelemente dem Stil des Pariser Architekten George-Eugène Haussmann, der Paris unter Napoleon III architektonisch umgestaltet hatte. Drei Jahre später liefert SOCECO RECKLI zahlreiche Sonderformen für die Gladiatorenarena im französischen Freizeitpark Puy de Fou. Auch der Europapark Rust vertraut 2003 auf die Sonderformen der Franzosen, und gestaltet das im römischen Stil gehaltene Hotel Colosseo mit RECKLI-Individualmatrizen.

Doch nicht nur das französische Tochterunternehmen erobert neue Märkte. Seit 2002 verantwortet Bernd Trompeter zusätzlich die Exportleitung der RECKLI und weitet das bestehende Vertriebsnetz stark aus. Von Herne aus stößt RECKLI nun auf neue Kontinente vor. 2005 liefert RECKLI die ersten Matrizen nach Australien, zwei Jahre später werden dort die ersten Matrizen selbst produziert.

Die Entwicklung der Fotogravur-Matrizen und der Aufstieg der Sonderformen markieren zugleich das Umdenken, das in der Baubranche stattfindet. Die Grenzen des Bau- und Gestaltungsmaterials Beton werden erneut verschoben. Sichtbetonwände im Innenbereich werden zum gestalterischen Statement. Aus Strukturbeton wird Architekturbeton, der sowohl an Fassaden als auch im Innenbereich spektakuläre Formen annehmen kann. Treibende Kraft der neuen Gestaltungsmöglichkeiten: RECKLI.

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