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White Collar Factory, London, Vereinigtes Königreich

Die White Collar Factory in London ist inspiriert von Meistern ihres Fachs, angereichert mit modernster Technik und höchsten Ansprüchen an Design. Das verbindende Element: Beton.

Mitten im Tech-Herz von London ist ein wegweisendes Bürogebäude entstanden. Die White Collar Factory – ein Komplex aus sechs Gebäuden am Old Street Yard – zieht mit seinem Büroturm die Blicke auf sich: Seine Bauweise kombiniert Einflüsse aus der Vergangenheit mit neuen Techniken und wird so zu einem markanten Wahrzeichen im Silicon Roundabout der Stadt.

Das 22.000 Quadratmeter große Bürogebäude verfügt über 16 Stockwerke mit großzügigem Raumkonzept, eine 150 Meter lange Aschenbahn für Mitarbeiter und eine Rooftop Bar mit Rundumblick über London. „Die Klienten wollten ein Wahrzeichen“, sagt Architekt Steve Taylor vom Londoner Büro AHMM. 

Projektentwickler Derwent fokussiert sich auf Büroflächen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen und gleichzeitig die Bauprinzipien der großzügigen Werkshallen des 20. Jahrhunderts spiegeln. Ihre Vision kreuzt Frank Lloyd Wrights weitläufige und hohe Halle der Johnson Wax Headquarters mit dem Industriedesign des Franzosen Jean Prouvé. 

Um die Prinzipien zweier Meister ihrer Zeit in die Moderne zu übersetzen, analysierte Derwent gemeinsam mit den Architekten von AHMM und den Ingenieurfirmen AKT II und Arup in einem mehrjährigen Studienprojekt historische Werkshallen. Das Team identifizierte fünf Grundprinzipien: Hohe Decken, tiefe Geschosspläne, einfache Fassaden, Betonstrukturen und kluge Features. 

Für 1 Million Pfund errichtete das Projektteam sogar einen Prototyp, der monatelang getestet wurde. Notwendig war der Test aufgrund eines der wichtigsten Details des Gebäudes: die passive Kühlung mithilfe des Concrete Core Cooling Systems. Ebenfalls inspiriert von Frank Lloyd Wright wurden Rohre in den Beton eingegossen, die mit Wasser gefüllt sind und so Wärme aus dem Beton aufnehmen können. Durch die passive Kühlung werden herkömmliche Luftumwälzungen per Klimaanlage vermieden. Die ausbleibenden Luftströmungen machen das Raumklima im Arbeitsbereich erheblich angenehmer.

Das Concrete Core Cooling ist nur ein Beispiel dafür, dass Beton in der White Collar Factory die Hauptrolle spielt. „Beton macht nicht nur die Struktur des Gebäudes aus, sondern auch dessen architektonische Sprache und dessen Umgebungskonditionen“, sagt Rob Patridge vom Ingenieurbüro AKT II. Das Projektteam verfolgte ein Designkonzept, das Beton auf mehreren Ebenen integriert und all diese Ebenen miteinander in Einklang bringt. Der betonierte Rahmen ist das Rückgrat des Gebäudes, das Concrete Core Cooling seine Adern, die Sichtbetonwände sind seine Haut.

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