Ein Theater zwischen Geschichte und Gegenwart
Über Jahrzehnte hinweg hatte der Theater im Stefana Żeromskiego nichts von seiner kulturellen Bedeutung verloren – wohl aber von seinem baulichen Glanz. Ziel der umfassenden Erneuerung war es daher, die historische Substanz des Hauses zu bewahren, seine gewachsene Tradition fortzuführen und zugleich einen zeitgemäßen Rahmen für Theater im 21. Jahrhundert zu schaffen.
Das Projekt versteht sich als bewusster Kontakt zwischen Geschichte und Gegenwart. Die Architektur sucht nicht den Bruch, sondern den Dialog: Bestehende Strukturen bleiben ablesbar, neue Elemente treten selbstbewusst hinzu und erweitern das Gebäude funktional wie gestalterisch. Entworfen wurde das Projekt vom Architekturbüro WXCA.
Architektur, die Präsenz zeigt
Besonders an der Fassade wird dieser Dialog sichtbar. Formen, Proportionen und Kompositionen der neu gestalteten Elemente nehmen Bezug auf den historischen Kontext, während Materialität, Reduktion und Fertigung eindeutig der Gegenwart zuzuordnen sind. Hohe verglaste Öffnungen, zurückhaltende Profile und gefärbte Betonfertigteile fügen sich harmonisch in das bestehende Fassadenbild ein und unterscheiden sich dennoch klar durch Maßstab und Ausdruck.
Die gestalterische Herausforderung dieses Ansatzes zeigt sich eindrucksvoll in der Entwicklung von nahezu 200 Fassadenvarianten, mit denen das Zusammenspiel von Alt und Neu ausgelotet und präzisiert wurde.
Der Bezug zur Lokalität geht dabei über die äußere Erscheinung hinaus. Die Verwendung regionaler Materialien sowie die konsequente Ausrichtung auf zukünftige Nutzer prägen das architektonische Gesamtkonzept und machen das Theater erneut zu einem offenen kulturellen Ort für Stadt und Region.
Struktur als Ausdruck von Identität
Die charakteristische Fassadengestaltung entstand mithilfe einer projektspezifisch entwickelten Strukturmatrize, mit der die entworfene Struktur präzise in den Beton übertragen werden konnte. Zum Einsatz kamen dabei gefärbte Glasfaserbeton‑Fertigteile, die hohe gestalterische Präzision mit konstruktiver Effizienz verbinden.
Das für die Herstellung der Strukturmatrize verwendete PUR Elastomer A60 von RECKLI ermöglichte eine exakte Detailabbildung sowie eine gleichbleibend hohe Oberflächenqualität über alle Elemente hinweg – auch bei variierenden Geometrien und wiederkehrenden Fertigungszyklen.
Präzision in Beton
Die Betonfertigteile wurden von Betard hergestellt. Mithilfe mehrerer individuell entwickelter Strukturmatrizen entstanden hochwertige Fassadenelemente mit einer Gesamtfläche von mehreren hundert Quadratmetern. Die präzise Ausführung unterstreicht die architektonische Idee und macht die Fassade zu einem prägenden Element des gesamten Bauwerks.



