Dabu Hakka Building, Singapur

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ProjektDabu Hakka Building
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OrtSingapur
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Nutzung
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ArchitekturbüroProse Architects & WeCreate Studio
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Fotos
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Kategorie
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Produkt
Ein Ort im Wandel
Mit dem Dabu Hakka Building verfolgt die Char Yong (Dabu) Association das Ziel, die Rolle traditioneller Clanvereinigungen im heutigen Singapur neu zu definieren. Der siebenstöckige Neubau in der 1 Geylang Lorong 18 vereint kulturelle, soziale und kommerzielle Nutzungen und schafft damit ein zukunftsorientiertes Modell für gemeinschaftliche Organisationen mit historischem Hintergrund.
Entworfen wurde das Projekt von Prose Architects und WeCreate Studio. Der Entwurf ging aus einem Wettbewerb des Singapore Institute of Architects als Sieger hervor. Das Gebäude versteht sich nicht nur als bauliche Struktur, sondern als Plattform für Austausch, Bildung und öffentliche Teilhabe und positioniert die Hakka-Gemeinschaft innerhalb eines sich wandelnden urbanen Umfelds neu.
Von der geschlossenen Gemeinschaft zur offenen Struktur
Im Zentrum des Entwurfs steht die Idee des „Ke Ju“ – des Zusammenkommens. Sie beschreibt den Wandel von einer ehemals introvertierten Clanstruktur hin zu einer offenen und inklusiven Institution. Diese Transformation reagiert auf eine Herausforderung, mit der viele Clanvereinigungen in Singapur heute konfrontiert sind: ihre Relevanz für jüngere Generationen zu bewahren.
Typologisch orientiert sich das Projekt am traditionellen Hakka-Tulou, interpretiert diesen jedoch vollständig neu. Anstelle einer geschlossenen und defensiven Struktur entsteht ein offenes, vertikal organisiertes System, das aktiv mit der Stadt interagiert. Die Idee eines „Hakka-Dorfes“ wird so in eine zeitgenössische, mehrgeschossige urbane Architektur übersetzt.

Energieeffizienz als integraler Bestandteil der Architektur
Die Architektur ist konsequent auf das tropische Klima abgestimmt. Gebäudetiefe, Orientierung und Form wurden so entwickelt, dass eine effektive natürliche Belüftung möglich ist. Simulationsgestützte Untersuchungen dienten dazu, Luftströmungen zu optimieren und thermische Belastungen zu reduzieren.
Die Fassade übernimmt dabei die Funktion eines klimatischen Filters. Ergänzt wird sie durch außenliegende Erschließungsbereiche als Verschattungselemente, eine gezielte Tageslichtstrategie sowie extensive Begrünung. Ziel ist es, den Energiebedarf zu senken und gleichzeitig einen hohen Innenraumkomfort zu gewährleisten.
Inspiriert von der Topografie traditioneller Hakka-Siedlungen integriert das Gebäude eine Abfolge landschaftlich gestalteter Bereiche – von dicht bepflanzten unteren Ebenen bis hin zu offeneren Dachlandschaften. Die terrassierte Gestaltung erfüllt dabei mehrere Funktionen zugleich: Sie verbessert das Mikroklima, steigert die Aufenthaltsqualität und schafft soziale Begegnungsräume. Gleichzeitig ermöglicht sie Nutzungen wie Gemeinschaftsgärten, die kulturelle und pädagogische Aspekte miteinander verbinden.

Materialität mit erzählerischer Qualität
Ortbeton
Das Fassadenkonzept verbindet funktionale Anforderungen mit subtilen kulturellen Referenzen. Eine perforierte äußere Schicht reduziert die solare Wärmeeinstrahlung und ermöglicht zugleich natürliche Belüftung. Ihr Design orientiert sich an traditionellen Hakka-Textilien und übersetzt ornamentale Muster in eine zeitgenössische architektonische Sprache.
In den Sichtbetonbereichen wird dieser Ansatz durch den Einsatz von RECKLI Strukturmatrizen weitergeführt. Rund 130 m² Ortbeton wurden mit den Matrizen 2/139 Auvergne und 2/160 Via Appia realisiert.
Dazu erklären die Architekt*innen:
Wir waren beeindruckt von der Präzision der Struktur und dem hohen Grad an Realismus, der mit den Strukturmatrizen erzielt werden konnte. Die gestalterische Intention wurde durch eine enge Abstimmung mit dem Generalunternehmer umgesetzt – einschließlich der Optimierung der Schalungsanschlüsse und Farbmustern zur Untersuchung der finalen visuellen Wirkung. Diese Koordination gewährleistete eine konsistente Ausrichtung während der Montage. Insgesamt boten die Strukturmatrizen eine effiziente und kontrollierte Möglichkeit, Textur und visuelle Tiefe einzubringen und gleichzeitig Qualität sowie Ausführbarkeit sicherzustellen.
Die differenzierte Oberflächenstruktur verleiht dem Material eine spürbare Tiefe und stärkt die Wahrnehmung der Fassade als vielschichtige Konstruktion. Im Kontrast zu den leichter wirkenden perforierten Elementen vermitteln die Betonflächen eine besondere Massivität und erzeugen ein ausgewogenes Wechselspiel zwischen Geschlossenheit und Durchlässigkeit.

„Communal Streets“ als räumliches Konzept
Das Gebäude reagiert auf die heterogene Struktur des Stadtteils Geylang, der von kleinteiligen Bebauungen, gewerblichen Nutzungen und zunehmender Verdichtung geprägt ist. Seine gestufte und terrassierte Form vermittelt zwischen unterschiedlichen Maßstäben und schafft zugleich großzügige Außenräume.
Ein prägendes Merkmal des Projekts ist das Konzept der „Communal Streets“. Diese natürlich belüfteten Erschließungsflächen ersetzen klassische Flure und fungieren als soziale Begegnungszonen innerhalb des Gebäudes. Sie fördern informelle Interaktionen und schaffen räumliche Kontinuität zwischen den unterschiedlichen Nutzungsbereichen.
Vielfältige Nutzungen unter einem Dach
Das Gebäude vereint eine breite Palette unterschiedlicher Funktionen. Im Erdgeschoss befindet sich eine öffentlich zugängliche Heritage Gallery, die die Geschichte der Hakka-Gemeinschaft vermittelt. Ergänzt wird sie durch Veranstaltungsflächen wie einen Mehrzwecksaal, Bildungsangebote sowie Einrichtungen für soziale und gesundheitsbezogene Nutzungen.
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Integration kommerzieller Funktionen. Ein erheblicher Teil des Gebäudes wird als Büro- und Einzelhandelsfläche vermietet, wodurch langfristige Einnahmen generiert und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Vereinigung gesichert werden. Dieses hybride Modell steht exemplarisch für den Wandel, mit dem sich Clanorganisationen in Singapur an zeitgenössische Rahmenbedingungen anpassen.





